Barbara Wehr

© Wehr & Wehr

Geboren und aufgewachsen am nordseitigen Donauufer in Wien habe ich diese außergewöhnliche Stadt schon früh lieben gelernt. Als Teenager bin ich fasziniert und glücklich ob der gebotenen Kulisse durch die Innenstadt spaziert, habe Museen besucht und mich auch stundenlang auf ein Bankerl am Stephansplatz gesetzt, um das Treiben im Herzen dieser Stadt zu beobachten. »Meiner Stadt«, wie ich damals schon voller Stolz konstatierte.

Interesse für Geschichte konnte man im Gymnasium leider noch nicht in mir erwecken, dazu brauchte es Eigenmotivation und »interessanten Stoff«. Wenig verwunderlich, dass meine erste Lektüre in Sachen österreichischer Geschichte auch ein Buch über die Habsburger war: »Habsburgs verkaufte Töchter« von Thea Leitner, meiner Mutter Bibliothek entnommen.

Von da an war ich nicht mehr zu halten. Ich verschlang ein Habsburger-Buch nach dem anderen, streckte meine Fühler in Richtung Kunstgeschichte aus (von der es ja in Wien auch reichlich gibt) und inskribierte Architektur an der TU Wien. Das Studium war mir jedoch zu trocken und zu überlaufen, in meinem ersten Seminar gab es 6 Barbaras, ich fühlte mich wie eine beliebige Nummer, Individualität kam mir hier eindeutig zu kurz. Und somit sattelte ich recht rasch auf Grafik Design an der Wiener Kunstschule um, einer Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht, mit 60 Studierenden in meiner gewählten Richtung im ersten Jahr, und 12 in den zweiten Studienabschnitt Aufgenommenen. Dort fühlte ich mich pudelwohl und schloss nach 4 Jahren im Jahr 2002 mit Auszeichnung ab.

Was dann folgte war die klassische Karriere eines Grafikers: geringes Gehalt in einer kleinen Werbeagentur, massig Überstunden und lieblose Fließbandarbeiten. Ein Agenturwechsel bescherte mir zwar mehr Gehalt und anspruchvollere Projekte, doch richtig entfalten konnte ich mich erst in meinem eigenen Grafikstudio, welches ich 2007 gemeinsam mit meinem Ehemann gegründet habe.

Die Wirtschaftskrise bescherte neben den bekannt unangenehmen aber auch angenehme Blüten, denn ich entdeckte die Liebe zu meiner Heimatstadt wieder und entschloss mich zur Umschulung zur Fremdenführerin. Seit 2012 bin ich auch als solche tätig, jedoch nicht Vollzeit, denn ich tanze nach wie vor auch noch am Grafiker-Parkett.

»Lernen ist wie Rudern gegen den Strom – wer damit aufhört, treibt zurück«, schrieb mir schon 1986 meine liebe Volksschullehrerin ins Stammbuch. Und ich habe ihn mir schon damals gleich in mein mentales Stammbuch hineingeschrieben. Weswegen ich ab 2012 auch noch drei Jahre an der Universität Wien Kunstgeschichte studiert habe.

1977geboren in Wien
1996AHS Matura
1996/97Studium der Architektur an der TU Wien
1998–2002Wiener Kunstschule, Studienrichtung Graphic Design, Diplom mit Auszeichnung
2003–2007Grafikerin in Werbeagenturen
2004Sudetendeutscher Förderpreis für Bildende Kunst
2007Gründung der »Wehr & Wehr OG« als Grafik Design Studio
2009–2011Ausbildung zur Fremdenführerin
Nov 2011Abschlussprüfung zur staatlich geprüften Fremdenführerin
2012–2015Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien